Manche Automobile werden über Zahlen definiert, andere über ihre Wirkung. Der Bugatti Veyron gehört zu jenen seltenen Ausnahmen, die beides vereinen – und darüber hinaus eine ganze Epoche geprägt haben. Vor zwanzig Jahren schuf er nicht nur neue Maßstäbe, sondern ein völlig neues Segment: das Hypercar. Mit dem F.K.P. Hommage präsentiert Bugatti nun die zweite Kreation des Programme Solitaire, ein Einzelstück, das den revolutionären Geist des Veyron verdichtet und zugleich seinem geistigen Vater gewidmet ist: Prof. Dr. Ferdinand Karl Piëch.

Die Idee hinter dem Veyron entstand fernab klassischer Designstudios, in einem japanischen Hochgeschwindigkeitszug, wo Piëch die Skizze einer W-Motor-Architektur entwarf, die später zur Grundlage einer technischen Renaissance werden sollte. Was folgte, war eine der kompromisslosesten Ingenieursleistungen der Automobilgeschichte: der W16 mit vier Turboladern, Allradantrieb, perfekter Gewichtsverteilung, und der Anspruch, extreme Leistung mit kultivierter Alltagstauglichkeit zu vereinen.
Der F.K.P. Hommage greift genau diesen Gedanken auf, allerdings aus der Perspektive von zwei Jahrzehnten technologischer Evolution. Basis ist die höchste Ausbaustufe der W16-Plattform, bekannt aus dem Chiron Super Sport. 1.600 PS, optimierte Thermik, größere Turbolader, verstärktes Getriebe, ein Antrieb, der nicht nur Leistung zelebriert, sondern Ingenieurskunst in ihrer reifsten Form darstellt.

Äußerlich bleibt der Hommage der charakteristischen Haltung des Veyron treu: zurückgelehnt, souverän, frei von Effekthascherei. Doch jedes Detail wurde neu gedacht. Der aus einem einzigen Aluminiumblock gefräste, dreidimensionale Hufeisen-Kühlergrill integriert sich nun fließend in die Karosserie. Die neu abgestimmte Farbaufteilung folgt exakt dem überarbeiteten Panel-Layout, während moderne Reifentechnologie auf 20- und 21-Zoll-Rädern Performance und Präsenz gleichermaßen schärft.


Besonders eindrucksvoll ist die Lackierung: Eine silberne Aluminium-Basis unter rot getöntem Klarlack erzeugt eine Tiefe, die sich erst beim Umrunden des Fahrzeugs vollständig offenbart. Sichtkarbon mit dezenter Tönung ersetzt klassisches Schwarz, luxuriös, technisch, bewusst.



Im Innenraum wird der Bruch mit der Gegenwart am deutlichsten. Der F.K.P. Hommage verzichtet auf die bekannten W16-Layouts und interpretiert den Veyron radikal neu. Ein rundes Lenkrad im Bauhaus-Stil, eine aus dem Vollen gefräste Mittelkonsole und eigens entwickelte Pariser Stoffe markieren Bugattis jüngste Evolutionsstufe der Individualisierung – „Car Couture“, wie es intern heißt.


Zentrum dieses Interieurs ist eine eigens angefertigte Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon, integriert in die Mittelkonsole. Mechanisch, ohne elektrische Verbindung, angetrieben durch die Bewegung des Fahrzeugs selbst. Eine Uhr als kinetisches Kunstwerk – und als Sinnbild für die Philosophie Ferdinand Piëchs, Technologie niemals zu verstecken, sondern erlebbar zu machen.
Der F.K.P. Hommage ist neben dem Brouillard eines von maximal zwei Solitaire-Fahrzeugen pro Jahr. Karosserie und Innenraum entstehen vollständig neu, jedes Projekt ist ein singuläres Statement, nicht als Retrospektive, sondern als Weiterdenken der Bugatti-DNA. Seine physische Premiere feiert das Einzelstück vom 29. Januar bis 1. Februar 2026 auf der Rétromobile Paris, im Rahmen der Ultimate Supercar Garage. Dort, wo Geschichte nicht archiviert, sondern neu interpretiert wird.

