Der Luxuskonzern Kering ordnet sein Schmuckgeschäft neu und schafft mit Kering Jewelry eine eigene Einheit, die das Wachstum in dieser Kategorie gezielt beschleunigen soll. Unter dem neuen Dach werden die Häuser Boucheron, Pomellato, Dodo und Qeelin zusammengeführt. Hinzu kommen die industriellen Kapazitäten des Konzerns, darunter die derzeit integrierte Raselli Franco Group, deren technisches Know-how und handwerkliche Spezialisierung innerhalb der neuen Struktur eine zentrale Rolle spielen sollen.
Mit diesem Schritt schafft Kering keine bloße Verwaltungseinheit, sondern eine Plattform, die kreative Identität und operative Stärke enger miteinander verbinden soll. Die Häuser bleiben in ihrer gestalterischen Eigenständigkeit sichtbar, werden jedoch strategisch und organisatorisch stärker verzahnt. Gerade im Schmucksegment, in dem Markenbild, Savoir-faire und industrielle Präzision gleichermaßen entscheidend sind, setzt Kering damit auf eine Struktur, die Wachstum nicht über Vereinheitlichung, sondern über koordinierte Exzellenz erreichen will.
Die Leitung übernimmt Jean-Marc Duplaix, der mit sofortiger Wirkung zum Chief Executive Officer von Kering Jewelry ernannt wurde. Die CEOs der einzelnen Schmuckhäuser berichten künftig an ihn. Duplaix behält zugleich seine bestehende Funktion als Group Chief Operating Officer und damit die Verantwortung für Finanzen, M&A, Investor Relations, Immobilien, Digitales und das Generalsekretariat. Seine Doppelrolle zeigt, welche strategische Bedeutung Kering dem Schmuckgeschäft inzwischen beimisst.
Kering Jewelry soll den Häusern ein gemeinsames Fundament für weiteres Wachstum bieten und zugleich neue Chancen innerhalb der Gruppe erschließen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Kompetenzen und industrielle Ressourcen stärker mit den Fashion und Leather Goods Houses zu verbinden. Der Konzern denkt Schmuck damit nicht mehr nur als eigenständige Sparte, sondern als Bereich, dessen Relevanz über die klassischen Maisons hinausreichen kann.
In einer Branche, in der High Jewelry und ikonische Kollektionen immer stärker zum Ausdruck langfristiger Markenmacht werden, ist die neue Struktur auch ein Signal nach außen. Kering will im Schmucksegment nicht nur mit einzelnen Namen präsent sein, sondern mit einer klar gebündelten Ambition.
