Hublot holt Jeff Koons in seine Welt der Uhrmacherei. Seit 9. September 2026 gehört der amerikanische Künstler offiziell zum Kreis der Markenbotschafter der Schweizer Manufaktur. Die Ankündigung verbindet zwei Namen, die gerne mit starken Formen, ungewöhnlichen Materialien und bewusst gesetzten Brüchen arbeiten. Ein konkretes Uhrenmodell ist damit allerdings noch nicht vorgestellt.
Ein Auftritt zwischen Skulptur und Uhrwerk
Koons zählt zu den bekanntesten und zugleich polarisierendsten Künstlern der Gegenwart. Werke wie „Balloon Dog“, „Rabbit“ und „Puppy“ übersetzen vertraute Gegenstände in monumentale, technisch hochkomplexe Skulpturen. Ihre glatten Oberflächen und spielerischen Formen wirken unmittelbar; hinter der scheinbaren Leichtigkeit stehen präzise Konstruktion und aufwendige Fertigung.
Genau dort setzt Hublot die Erzählung der neuen Partnerschaft an. Die Marke versteht ihre Uhren seit Langem als Verbindung von traditioneller Mechanik und unkonventionellen Werkstoffen. Seit 2011 arbeitet sie regelmäßig mit Künstlern, Architekten und Designern zusammen. Koons ist nun nicht bloß Gast eines einzelnen Projekts, sondern offiziell als Botschafter an die Marke gebunden.
Material als gemeinsamer Nenner
Im Mittelpunkt der ersten gemeinsamen Mitteilung steht weniger ein Produkt als eine Haltung. Koons verweist auf seine Faszination für Materialwissenschaften und auf den Versuch, einem Objekt eine Bedeutung zu geben, die über seine einzelnen Bestandteile hinausreicht. Hublot wiederum arbeitet mit eigenen Materialentwicklungen, Manufakturkalibern und einer bewusst sichtbaren technischen Architektur.
Auch Hublot-CEO Julien Tornare betont die Parallele zwischen äußerer Kühnheit und innerer Disziplin. Das ist zunächst eine sorgfältig inszenierte Markenbotschaft. Sie besitzt aber einen nachvollziehbaren Kern: Sowohl bei einer spiegelnden Koons-Skulptur als auch bei einer mechanischen Uhr entscheidet die Ausführung darüber, ob eine starke Idee mehr bleibt als eine auffällige Oberfläche.
Warum Hublot das Jahr 1980 hervorhebt
Die Manufaktur stellt außerdem eine biografische Verbindung her. 1980 markierte für Hublot den Eintritt in die Uhrenwelt, während Koons damals am Beginn jener künstlerischen Entwicklung stand, die Alltagsobjekte später zu weltweit wiedererkennbaren Motiven machte. Das gemeinsame Datum ist vor allem ein erzählerischer Rahmen – aber ein wirkungsvoller: Zwei Karrieren, die etablierte Kategorien nicht einfach akzeptierten, treffen mehr als vier Jahrzehnte später offiziell aufeinander.
Noch keine Uhr – und genau das macht neugierig
Entscheidend ist derzeit, was Hublot nicht bekanntgegeben hat. Es gibt weder Angaben zu einem gemeinsamen Modell noch zu Werk, Material, Auflage, Preis oder Erscheinungstermin. Die Meldung ist damit vorerst eine Partnerschafts- und Positionierungsnachricht, keine Produktpremiere.
Für Sammler beginnt die interessante Phase erst jetzt. Sollte aus der Zusammenarbeit eine Uhr entstehen, wird sich zeigen, ob Hublot Koons’ Umgang mit Maßstab, Reflexion und Material in echte Uhrmacherei übersetzen kann. Eine bloße Übernahme bekannter Formen oder Farben wäre naheliegend; spannender wäre ein Konzept, bei dem Konstruktion und künstlerische Idee tatsächlich ineinandergreifen. Bis dahin bleibt die Partnerschaft ein Versprechen mit bewusst offenem Ausgang.
Quelle: Hublot, Mitteilung vom 9. September 2026.
