Während die Milan Fashion Week den Blick auf die kommenden Saisonen richtet, schaut Cinemoda dorthin, wo Stil längst Filmgeschichte geschrieben hat. Am 25. und 26. September 2026 wird die Cineteca Milano Arlecchino zum Schauplatz von elf Filmen, die Mode nicht als Dekoration, sondern als kulturelle Sprache zeigen.
Vogue Italia veranstaltet die zweite Ausgabe des Festivals gemeinsam mit Founding Partner Kering und unter der Schirmherrschaft der Camera Nazionale della Moda Italiana. Im Mittelpunkt stehen zwei Tage Kino, Gespräche und die Frage, wie Kostüme unsere Vorstellung von Eleganz, Freiheit und gesellschaftlicher Veränderung prägen.

Elf Filme, zwei Tage, eine präzise Idee
Das Programm reicht von Hollywood-Komödie und Nouvelle Vague bis zu Modeporträt, Animation und Horror. Alle Vorführungen laufen in der Originalfassung mit Untertiteln und werden von Fachleuten sowie Redakteurinnen und Redakteuren von Vogue Italia eingeführt. Der historische Einsaalkinosaal nahe dem Mailänder Dom wird damit für zwei Tage zu einem konzentrierten Treffpunkt von Film- und Modekultur.
Am 25. September stehen unter anderem Belle de Jour von Luis Buñuel, The Philadelphia Story von George Cukor und Agnès Vardas experimentelles Porträt Jane B. par Agnès V. auf dem Programm. Am Abend folgen Sofia Coppolas Dokumentarfilm Marc by Sofia über Marc Jacobs sowie Dario Argentos visuell einflussreicher Klassiker Suspiria.
Der zweite Tag beginnt mit Federico Fellinis 8½ und führt über Jean-Luc Godards À bout de souffle zu dem selten gezeigten Dokumentarfilm Yves Saint Laurent, tout terriblement. Danach folgen Persepolis, Tony Scotts The Hunger mit Catherine Deneuve, Susan Sarandon und David Bowie sowie Wim Wenders’ Paris, Texas.
Chiara Mastroiannis persönlicher roter Faden
Kuratiert wurde die Auswahl von Gian Luca Farinelli, dem Direktor der Cineteca di Bologna, gemeinsam mit Vogue Italia und Festivalpatin Chiara Mastroianni. Ihre Perspektive gibt dem Programm eine biografische Spannung: In Belle de Jour trägt ihre Mutter Catherine Deneuve die berühmten Kostüme von Yves Saint Laurent, während ihr Vater Marcello Mastroianni in 8½ ein bis heute prägendes Bild männlicher Eleganz verkörpert.
Am ersten Festivaltag sprechen Mastroianni und Farinelli zudem gemeinsam über Filme, Kostüme und die Bilder, die weit über die Leinwand hinauswirken. So wird aus der Filmreihe mehr als eine Abfolge von Klassikern: Das Programm folgt persönlichen Verbindungen und zeigt, wie eng Garderobe, Figur und Zeitgeschichte miteinander verwoben sind.
Mode als Kultur – und als Auftrag an die nächste Generation
Cinemoda richtet den Blick nicht ausschließlich zurück. Vogue Italia bindet auch führende Mailänder Modeschulen ein und lädt Studierende zu den Vorführungen ein. Ausgewählte Nachwuchstalente sollen eigene Kritiken und vertiefende Beiträge zu den Filmen entwickeln; die stärksten Arbeiten werden im September auf Vogue.it und über die Social-Media-Kanäle des Magazins veröffentlicht.
Damit setzt das Festival einen interessanten Akzent innerhalb der Fashion Week: Mode wird nicht nur auf dem Laufsteg verhandelt, sondern als Teil eines größeren kulturellen Gedächtnisses. Für ein Publikum, das Mailand Ende September besucht, ist Cinemoda deshalb eine seltene Gelegenheit, große Stilbilder wieder dort zu sehen, wo sie ihre Wirkung am besten entfalten – im Kino.
Cinemoda 2026 auf einen Blick
- Termin: 25. und 26. September 2026
- Ort: Cineteca Milano Arlecchino, Via San Pietro all’Orto 9, Mailand
- Programm: elf Filme und ein Gespräch mit Chiara Mastroianni und Gian Luca Farinelli
- Sprache: Originalfassungen mit Untertiteln
- Informationen: offizielle Cinemoda-Seite von Vogue Italia
Quellen: Kering-Pressemitteilung und Cinemoda 2026.
