Wenn eine Uhr mehr ist als ein Zeitmesser, wenn sie Licht, Kultur und Handwerk in sich trägt, entsteht etwas, das man eher als Kunstwerk am Handgelenk beschreiben würde. Genau das ist bei der neuen Zifferblattserie Lvcea Notte di Luce der Fall. Bvlgari bringt hier japanische Urushi- und Raden-Kunst in einen feinen Dialog mit italienischer Formenwelt und Schweizer Uhrmacherei.
Im Zentrum der Kreation steht der japanische Künstler Yasuhiro Asai, ein Meister der traditionellen Urushi-Lackkunst und der Raden-Technik. In seinem Atelier in Kyoto entstehen die Zifferblätter vollständig von Hand. Jedes einzelne ist ein Unikat. Aus der Nähe betrachtet wirkt die Oberfläche wie eine Miniaturgalaxie aus Licht. Tausende winzige Perlmuttfragmente, einzeln ausgewählt und eingelegt, bilden ein schimmerndes Mosaik, das je nach Blickwinkel andere Farben und Reflexe zeigt.
Die Zusammenarbeit geht auf eine persönliche Begegnung zurück. Fabrizio Buonamassa Stigliani, Executive Director of Product Creation bei Bvlgari, traf Asai auf einer Reise nach Japan. Beide teilen eine Faszination für das Thema Licht und für traditionelles Handwerk, das in die Gegenwart verlängert wird. Aus diesem kreativen Austausch entstanden zwei außergewöhnliche Zifferblätter für die feminine Uhrenikone Lvcea, die den poetischen Namen Notte di Luce tragen.

Asai arbeitet mit Urushi, einem Lack, der aus dem Saft des Lackbaums gewonnen wird und in Japan seit Jahrtausenden verwendet wird. Ursprünglich schützte er Objekte, später wurde er zum Symbol kultivierter Verfeinerung. Auf den tiefschwarzen, hochglänzenden Lackgrund setzt Asai die Raden-Technik, bei der feinste Perlmuttstücke oder Goldsplitter in die Oberfläche eingelegt werden. Aus der Dunkelheit des Lacks heraus beginnen diese Partikel zu leuchten. Das Licht scheint nicht auf der Oberfläche zu liegen, sondern aus der Tiefe des Materials zu kommen.
Zwischen die einzelnen Lackschichten legt Asai immer wieder lange Pausen zum Trocknen und poliert dann geduldig mit Kohle, um Glanz und Tiefe zu erzielen. Erst wenn die Oberfläche perfekt vorbereitet ist, beginnt er mit der eigentlichen Komposition. Jedes Perlmuttfragment wird nach Schimmer, Farbe und Form ausgewählt und einzeln gesetzt. Nach einem letzten Poliergang hebt sich das Bild aus der Tiefe des Lacks. Das Ergebnis ist ein Zifferblatt, das wie ein eingefangener Moment zwischen Nacht und Morgenlicht wirkt. Rund sechzig Tage Arbeit stecken in einem einzigen Exemplar.
Bvlgari rahmt diese Handwerkskunst mit der bekannten Ästhetik der Lvcea. Seit ihrer Einführung gilt die Linie als Sinnbild leuchtender Weiblichkeit. Sie spielt mit dem Glanz von Stahl, der Wärme von Roségold und dem Funkeln von Diamanten, die das Zifferblatt umrunden. In den Notte di Luce Modellen wird diese Strahlkraft noch einmal neu interpretiert. Die diamantbesetzte Lünette kreist die Urushi-Raden-Kreation ein und lässt das Zifferblatt wie ein leuchtendes Kunstobjekt erscheinen.
Buonamassa Stigliani beschreibt die Idee dahinter als neue Art, über Licht zu sprechen. Nicht über reine Helligkeit, sondern über Farbe, Reflexion und Tiefe. Die vielen kleinen Perlmuttfragmente brechen das Licht in unterschiedliche Nuancen und schaffen ein lebendiges Bild, das nie ganz zur Ruhe kommt. So entsteht eine Uhr, die im Alltag getragen werden kann, im Detail jedoch die Sprache eines Sammlerstücks spricht.

In der Verbindung von japanischer Handwerkskultur, römischem Designinstinkt und Schweizer Uhrmacherpräzision steckt eine klare Haltung. Es geht nicht um Effekte, die sich in einer Saison erschöpfen, sondern um eine Form von Luxus, der aus Zeit und Hingabe entsteht. Jede Notte di Luce ist Einzelstück mit eigenem Charakter. Das macht ihren Reiz für alle, die nicht nur eine schöne Uhr suchen, sondern ein Stück Kunst, das leise Geschichten erzählt.
Am Handgelenk wirkt die Lvcea Notte di Luce wie ein kleines, bewegtes Fenster in eine andere Welt. Tagsüber reflektiert sie das Licht der Stadt, abends die Atmosphäre eines Restaurants oder die dezente Beleuchtung einer privaten Lounge. Sie ist Schmuck, Skulptur und Zeitmesser in einem. Ein Beispiel dafür, wie zeitgenössischer Luxus aussehen kann, wenn drei Kulturen ihre jeweiligen Stärken nicht gegeneinander ausspielen, sondern miteinander verweben.
